Dienstag, 12. Juni 2018

Strafe

von Ferdinand von Schirach (Autor)  Verlag Luchterhand Literaturverlag   Erscheinungstermin: 5. März 2018 Seiten: 192  Preis: 18,00 Euro 


Klappentext (nach Amazon):

 Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind?

Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch "Strafe" zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden "Verbrechen" und "Schuld" zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von "gut" und "böse" oft sind.

Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst.


 Meine Meinung: 



„All unsere Erinnerungen sind profan und alle sind heilig“



Gerade habe ich es beendet, und immer noch bin ich sprachlos. Teilweise musste ich zwischen den Geschichten- die keine waren, etwas anderes tun, mich ablenken. Sie sind teilweise nur schwer verdaulich. Und sie zeigen, wie unwichtig es manchmal ist, wirklich im Recht zu sein. Wie hart die Welt sein kann. Wie verrückt die Menschen sind.

Ferdinand von Schirach erzählt in dem Buch von Fällen aus seiner Kanzlei. Viele Male konnte ich kaum glauben, dass sich Situationen so zugetragen haben. Es zeigt wie die Welt nicht schwarz-weiß ist und wie schwierig die Wahrheit manchmal zu finden ist und wie sie manchmal sogar gar keine Rolle spielt.

Er erzählt ruhig, unaufgeregt, nicht emotional und gerade das macht das Buch so besonders. Ich finde es sehr gelungen. Es regt zum Nachdenken an.


10/10


Vielen lieben Dank an den Luchterhand Literaturverlag für dieses Rezensionsexemplar!

Montag, 11. Juni 2018

Dunbar und seine Töchter

von Edward St Aubyns (Autor), Nikolaus Hansen  (Übersetzer)   Verlag Albrecht Knaus Verlag   Erscheinungstermin: 20. November 2017 Seiten: 256  Preis: 20,00 Euro 


Klappentext (nach Amazon):

Edward St Aubyns meisterhafter Roman über einen machtbesessenen und eitlen Despot am Ende seines Lebens

Sein ganzes Leben lang hat Henry Dunbar auf nichts und niemanden Rücksicht genommen, besessen von der Vision, seinen kleinen Zeitungsverlag zu einem Medienkonzern auszubauen. Auf dem Zenit seiner Macht hat nur noch einen einzigen, aber mächtigen Feind: das Alter. Dunbar weiß, er muss sein Reich in die Hände seiner Töchter legen. Nur zwei der Kinder hält er für geeignet. Doch das Leben erteilt ihm eine bittere Lektion.

In seinem neuen Roman, inspiriert von Shakespeares König Lear, seziert Edward St Aubyn gekonnt innerfamiliäre Beziehungen. "Dunbar und seine Töchter" ist ein brillantes Lehrstück über Egoismus, Starrsinn und die Erkenntnis, wie leicht einem am Ende des Lebens alles Erreichte aus den Händen gleiten kann.






Meine Meinung:

„Dunbar und seine Töchter“ – ist ein Buch der “Hogarth Shakespeare“- Reihe die bei Knaus erscheinen ist. Da ich von „Der Neue“ so überzeugt war, dachte ich, ich versuche ein weiteres Buch dieser Reihe.
Es ist eine Adaption von König Lear und handelt von dem Medienkonzern Mogul, Dunbar, und seinen 3 Töchtern. Es geht um die Beziehung der Figuren und Dunbar als Person, der unerbittlich, machthungrig und kalt ist. Doch womit er wahrscheinlich nicht gerechnet hat war, dass auch er irgendwann einmal Hilfe benötigen und sich auf jemanden verlassen muss, als der Kampf um Macht und Einfluss beginnt. Im Laufe der Geschichte wurde mir Dunbar ein wenig sympathischer und stellenweise war es auch sehr Spannend.
Dennoch konnte es mich leider nicht so sehr wie „der Neue“ überzeugen. Da ich die anderen Figuren als etwas zu flach empfand. Die zwei Schwestern werden als die Bösen dahingestellt während die andere die Gute ist.
Aber meine Schwärmerei für „der Neue“ von Tracy Chevalier hört wohl nicht mehr auf, daher kann ich allen das Buch auf jeden Fall ans Herz legen und auch von den anderen Titeln dieser Reihe habe ich viel Gutes gehört!




7/10


Vielen lieben Dank an den Knaus Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Freitag, 8. Juni 2018

Witwendramen: Szenische Lesung mit Katharina, Anna und Nellie Thalbach

von Fitzgerald Kusz (Autor), Katharina Thalbach (Sprecher), Anna Thalbach (Sprecher), Nellie Thalbach (Sprecher)    Verlag: Random House Audio  Erscheinungstermin: 21. Mai 2018
Länge: 1 Stunden und 13 Minuten  Preis: 11,95 Euro 



Klappentext (nach Amazon):
Eine Revue für mehrere Witwen, kongenial interpretiert von Katharina, Anna und Nellie Thalbach

Jenseits aller Schicksale, die hinter dem Begriff „Witwe“ lauern, von der Witwe Bolte bis zur Lustigen Witwe: Um die Witwe ranken sich zahlreiche Sprichwörter, Dramen und Geschichten, deren Szenen zwischen Komik und Tragik oszillieren. Fitzgerald Kusz hat sich um die Befindlichkeit von Witwen seine heiteren, ironischen und traurigen Gedanken gemacht und sie zu Witwendramen zusammengefügt.

„Brillanter Abend mit Katharina, Anna und Nellie Thalbach. Eine Sternstunde der lit.Cologne“ Kölner Stadt-Anzeiger


 Meine Meinung:


Bei einem Hörbuch finde ich es immer wichtig, dass man die Stimmen mag. Die Stimmen haben mir gefallen, sehr sogar! Die ältere Dame war sehr lustig und die beiden anderen haben gut dazu gepasst (vermutlich auch weil sie Verwandt sind). Außerdem war die Stimmung immer sehr authentisch.
Die Geschichte – es geht um Witwen, wie der Titel sagt, schlüsselt das Thema breit auf, so wie das in 73 Minuten eben möglich ist. Kurz und knapp, dafür aber sehr humorvoll, berichten die 3 über verschiedene Witwen Dramen, Zitate und wie es einem dann halt so geht. Ich habe es auf einer Autofahrt in den Urlaub gehört und habe es in dieser auch beendet. Einfach, weil es so lustig war. Aber auch wenn es so lustig ist, merkt man doch auch, dass das Thema eine gewisse Schwere hat  und viel Wahrheit darin steckt.
Kurz und knapp: Gut gemacht, sehr zu empfehlen!



9/10


Vielen lieben Dank an Random House Audio für dieses Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 6. Juni 2018

Coco Chanel: Die zauberhafte Welt der Stil-Ikone

von Megan Hess  Verlag Prestel Verlag   Erscheinungstermin: 27. Februar 2017 Seiten: 208  Preis: 18,00 Euro 




Meine Meinung:


Coco Chanel. Stilikone.
Was wusste ich über sie? Noch zu wenig. Wegweiser der Mode, als Hosen für Frauen noch nicht als schick galten und Badeanzüge noch sehr viel Haut bedeckten, beides hat sie ein Stück weit revolutioniert. Sie hielt Komfort für wichtiger als ein pompöses Outfit und Eleganz besser als Aufdringlichkeit. Coco hat die Mode geprägt und den Frauen ein Stück weit mehr Freiheit gegeben.  
Ich hätte sie gerne einmal getroffen denn ich glaube, sie war eine sehr spannende Frau.
Das Buch beschreibt ihr Leben, vom kleinen Kind bis hin zu ihrem Tot. Kann es sie verkörpern? Ich finde schon. Durch die Zeichnungen ist jede Seite ein neues Erlebnis. Die Texte beschreiben gut zusammengefasst ihr Leben. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas gefehlt hätte. Und nach dem ich das Buch in einem Rutsch beendet hatte, wusste ich auf jeden Fall mehr über Coco Chanel als vorher. Einzig einen kleinen Minuspunkt habe ich anzumerken. Die Zeichnungen spiegeln sich manchmal, also wenn auf einer Seite zwei Nonnen zusehen sind, dann wurde die identische Zeichnung für beide verwendet – dass finde ich etwas schade. Außerdem sind einzelne Teile einer Zeichnung manchmal unscharf.
Ansonsten kann ich das Buch aber sehr empfehlen und die Zeichnungen versprühen für mich viel französischen Flair.






9/10


Vielen lieben Dank an den Prestel Verlag für dieses Rezensionsexemplar!