Freitag, 20. April 2018

P.S. I still love you

Jenny Han (Autor), Leonie Landa (Sprecher)   Verlag: cbj audio  Erscheinungstermin: 31. Januar 2017 Länge: 7 Stunden und 40 Minuten  Preis: 16,16 Euro 



Klappentext (nach Amazon):

 Neues Liebeschaos um Lara Jean ― wer ist ihr Mr. Right?

Die 16-jährige Lara Jean hält ihre Gefühle gerne unter Verschluss, doch dem Charme des gut aussehenden Peter kann sie schließlich nicht widerstehen: Die beiden werden bei der Skifreizeit der Schule ein Paar. Dass sie bei einem Kuss im Whirlpool gefilmt werden: peinlich. Dass das Video plötzlich in der ganzen Schule kursiert: ein Desaster. Doch dass sich ausgerechnet jetzt ihr ehemaliger Schwarm John wieder meldet, macht die Liebeswirren perfekt! Kann man eigentlich in zwei Jungen gleichzeitig verliebt sein?

Mit viel Gefühl gelesen von Leonie Landa.



  Meine Meinung:




Vom ersten Teil dieser Trilogie war ich schon sehr begeistert und freute mich dann schon sehr über den Nächsten Teil. Der Anfang war holprig und ich kam leider nicht so richtig rein, aber ab der Mitte erinnerte ich mich wieder daran, was ich am ersten Teil so gut gefunden hatte. Ich finde man fühlt sich in dieser Reihe so sehr in die Jugend zurück versetzt und kann die Gefühle und Gedanken so stark nachempfinden. Meine Lieblingsfigur war zwar nicht zwingend eine der Hauptfiguren und ich war sehr traurig, dass Lara-Jean sich nicht eher für diese entschieden hat, aber so ist es in dem Alter. Man ist emotional und hat Probleme die man in dem Maß nie wieder haben wird, denn nichts ist so wie die erste wirkliche Liebe. Es ist schön Lara-Jeans Aufregung mitzuerleben und zu sehen wie sie sich im Laufe der Geschichte verändert. Sie wird erwachsener, so wie wir alle in dieser Zeit.
Es ist also nicht nur ein Hörbuch für Jugendliche, sondern auch etwas für junge Erwachsene. Es ist witzig und man fiebert mir Lara-Jean mit.





8/10


Vielen lieben Dank an cbj audio für dieses Rezensionsexemplar!

Dienstag, 17. April 2018

Studierst du noch oder lebst du schon?

von Tiphaine Rivière  (Autor), Mathilde Ramadier (Übersetzer)   Verlag: Albrecht Knaus Verlag  Erscheinungstermin: 11. Oktober 2016 Seiten: 184  ISBN: 978-3813507409 Preis: 19,99 Euro 



Klappentext (nach Amazon):

 "So wahr, dass es weh tut" (Télérama) -
Das perfekte Geschenk für Studenten mit "Sinnkrise"

Jeanne Dargan wurde gerade als Doktorandin akzeptiert. Zunächst enthusiastisch, dann stoisch, später verzweifelt taumelt sie zwischen ihrem charismatischen, aber wenig hilfreichen Doktorvater, der tiefenentspannten Institutssekretärin und diversen Jobs hin und her. Die Monate vergehen, und weder ihr Freund noch ihre Familie verstehen, warum diese verdammte Abschlussarbeit einfach nicht fertig wird. Noch schlimmer, permanent ist Jeanne mit der Frage konfrontiert: Und was macht man dann damit?
„Studierst Du noch oder lebst Du schon?“ wurde in Frankreich als Entdeckung des Jahres gefeiert. Diese Graphic Novel steht einem Bildungsroman in nichts nach: „Unerbittlich und komisch.“ L‘Obs





 Meine Meinung:



Ich denke man sollte das Buch in zwei Teile aufschlüsseln- den Inhaltlichen und den Zeichnerischen. Den Zeichenstil finde in umwerfend! Er ist locker und leicht und passt perfekt zum  Thema. Es sieht ein bisschen wie dahingekritzelt aus, das aber macht total den Charme der Zeichnungen aus. Immer wieder musste ich lachen, weil die Figuren so komische Gesichter machten.
Die Hauptfigur finde ich sehr gelungen dargestellt. Ich selbst stehe kurz vor meiner Diplomarbeit und kann mir gut vorstellen wie man die Geduld oder den Elan irgendwann verliert und manchmal einfach nicht weiterkommt. Auch das Äußere der Protagonistin verändert sich so klar, dass einem immer bewusst ist was sie denkt oder fühlt und in welcher Phase der Promotion sie gerade steckt. Einen winzigen Minuspunkt bekommt es von mir für die Phasenweise sehr düstere und missmutige Stimmung. Allerdings verdeutlicht das vielleicht auch gerade, dass man sich auch etwas Abstand gönnen sollte wenn es als Student mal nicht so läuft. Ansonsten finde ich es aber sehr liebevoll gezeichnet, komisch und ungeschminkt. Ich habe es innerhalb eines Tages verschlungen und kann es nur empfehlen!





9/10


Vielen lieben Dank an den Knaus Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Montag, 2. April 2018

Frauen dürfen hier nicht träumen: Mein Ausbruch aus Saudi-Arabien, mein Weg in die Freiheit

von Rana Ahmad (Autor), Sarah Borufka (Autor)     Verlag: btb Verlag  Erscheinungstermin: 15. Januar 2018 Seiten: 320  ISBN: 978-3442757480 Preis: 16,00 Euro 



Klappentext (nach Amazon):

 »Ich verließ meine Familie und meine Heimat, weil ich nicht mehr an Gott glaube, aber an ein Leben als selbstbestimmte Frau.«

Rana Ahmad

Flirrende Hitze, in der Sonne glitzernde Wolkenkratzer: Saudi-Arabien ist eines der reichsten Länder der Welt. Beherrscht von Scharia und der Religionspolizei. Als Zehnjährige muss Rana sich zum ersten Mal verschleiern. Sie soll die Sonne auf der Haut nicht mehr spüren, darf ohne männliche Begleitung nicht mehr auf die Straße. Rana fehlt die Luft zum Atmen, sie beginnt zu zweifeln: an Gott. Darauf steht in Saudi-Arabien die Todesstrafe. Auch deshalb beschließt sie auszubrechen.


Meine Meinung dazu: (kann Spoiler enthalten)



Ohne Worte. Und doch sind es so viele.



In einer Zivilisation, die aus ihrem Materialismus keinen Hehl macht und die materiellen Werte höher schätzt als die seelischen, ist es unvermeidlich, dass ein Vergehen gegen Eigentum und Besitz strenger bestraft wird als ein Vergehen gegen den Menschen. – Jack London



Als ich mit dem Buch begann wusste ich um das Thema und dennoch riss es mich aus meinem hier und jetzt heraus. Ich vergaß eine Zeit lang alles um mich herum und war einfach nur entsetzt. 

Entsetzt, wie Menschen durch die Religion rechtfertigen, jemanden zu unterdrücken und zu terrorisieren. Wie die Situation so eingefahren ist, wie es dort einfach immer schon so war.

Rana beschreibt nicht nur was ihr passiert ist, sie beschreibt nicht nur was ihr angetan wurde, sondern sie ist klug. Sie versteht nach und nach wieso die Dinge so laufen wie sie eben laufen. Dadurch, dass ihr von frühester Kindheit eingebläut wird, ihr Körper wäre eine Versuchung, nicht rein, mag sie ihren Körper nicht. Sie hat Angst, dass es ihre Schuld ist, weil sie das böse, unreine Mädchen ist, wenn sie jemand berührt auch ohne dass sie es will. Aus diesem Grund kann sie es auch nicht sagen, kann niemandem davon erzählen. Und als sie sich endlich traut, wird ihr nicht geglaubt und ihr Leben wird noch schlimmer. Ein Kreislauf der so in sich geschlossen ist, dass er sich über Jahrzehnte für Frauen in Saudi Arabien nicht verändert, weil es ein funktionierendes System ist. Wenn der Schwache dem Gewalt angetan wird, keine Rechte hat, keine Stimme mit der er sprechen kann, kann er auch nicht aus dem System ausbrechen.

Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, wie das System verändert werden könnte in solch einem Land, wie Frauen dort eine Stimme bekommen könnten und ob es auch in europäischen Ländern immer noch ein Überbleibsel davon gibt, ob die Stimme einer Frau auch hier noch weniger zählt.

Rana wird von ihrem Bruder fast zu Tode geprügelt, und auch nach dieser Aktion bekommt sie keinen Rückhalt von ihrer Mutter. Ihr Onkel kommt ihr zu Nahe. Der Einzige der auf sie aufpasst ist ihr Vater. Wie kann man sich in einer Welt zuhause fühlen in der die eigene Familie einen unterdrückt? Ich könnte mir niemals vorstellen weniger Rechte oder Pflichten zu haben, als mein Bruder. Ich könnte mir eine Welt, in der ich die Worte meiner Eltern oder meiner Mitmenschen nicht anzweifeln oder darüber diskutieren kann nicht vorstellen.

Ich bin eine Frau. Ja. Aber ich sehe es nicht ein, wegen meines Geschlechts anders behandelt zu werden. Wie ein Mensch ist, hängt nicht von dem Geschlecht ab, sondern vom Individuum. Es hängt auch nicht von der Hautfarbe, der Nase oder etwas anderem ab. Ja ich bin eine Frau und wie fast 50 Prozent der Menschheit bekomme ich alle paar Wochen meine Periode. Das kann ich laut sagen, wieso auch nicht, es betrifft ja fast die Hälfte der Menschheit.

Und da ist auch nichts eklig dran. Und schon Garnichts unrein. Ich war entsetzt als ich las, das Rana – die ja eigentlich fromm sein sollte, in den Tagen der Periode jetzt nicht mehr den Koran anfassen darf, da sie jetzt unrein wäre.  Sie soll Kindergebären, aber das was dazu gehört, wenn man eine Frau ist, das ist dann unrein?

Mein Unverständnis für etwas derartig heuchlerisches ist nicht gegeben. Ich finde jeder sollte an das glauben was er möchte, aber ohne Menschen seelischen oder körperlichen Schaden hinzuzufügen. Denn das hätte kein Gott gewollt.

Rana erwähnt in ihrem Buch wie viel Pech sie hatte, einfach weil sie am falschen Ort geboren wurde. Sie hat Recht, ich habe Glück in einem Land wie Deutschland geboren worden zu sein. Indem ich selbst über mich entscheiden kann.

Aber Rana ist eine mutige Frau und versucht zu fliehen. Wie viele andere wohl auch davon träumen und es nicht können?  Rana hatte Glück, ich vermute ohne dass sie Englisch gelernt hätte, wäre es auf der Flucht noch viel schwieriger gewesen. Ich kann mir nicht vorstellen wie hart es sein muss alles zurück zu lassen und in ein völlig neues aber auch fremdes Leben zu gehen.

Ich finde es traurig, dass Menschen in einigen Ländern mehr Angst um sich selbst haben, als Menschen in Not aufzunehmen und ihnen zu helfen. Ist es die Angst, dass man ihnen etwas nimmt, Geld, Kultur? Oder aber ist es die Angst vor dem Fremden?

Umso mehr freue ich mich, dass sich die Deutschen oft mit mehr Herzlichkeit für Geflüchtete eingesetzt haben. Auch ich habe versucht zu helfen.

Ich bin mir sicher es ist ein zweischneidiges Schwert. Es gibt Menschen - auch Menschen aus diesen Ländern, die sich vielleicht nicht korrekt verhalten, mit unserem System noch nichts anfangen können, doch genauso gibt es auch Deutsche die sich nicht gut Verhalten – alles ist vom Individuum abhängig.

Wir sind eine vernetzte Welt, die sich schnell verändert. Ich glaube irgendwann wird es überall mehr so sein wie in Metropolen, wo es sehr viele unterschiedliche Menschen gibt, mit sehr vielen verschiedenen Meinungen und Bedürfnissen. Vielleicht haben Länder die so streng geordnet sind davor Angst, wie viel sich bei ihnen verändern wird. Aber ich glaube es wird sich verändern.



Rana thank you for your voice. At the end of the book I had tears in my eyes, because I knew you would find your place, to feel at home.



Ich finde die Ausgabe übrigens unglaublich schön. Es sieht durch das Textverhältnis auf dem Cover so englisch aus.

10/10


Vielen lieben Dank an den btb Verlag für dieses Rezensionsexemplar!